Nahrungsergänzungsmittel: Chancen und Risiken

Wie wir ja alle wissen, unterstützt eine gute Ernährung den Trainingserfolg. Dabei können einige wenige Nahrungsergänzungsmittel oder auch Supplemente genannt, die zum richtigen Zeitpunkt und in richtiger Dosierung eingenommen werden, das Training oder die Wettkampfleistung positiv beeinflussen. Für die erfolgreiche Nutzung ist es sehr wichtig, Supplemente zu verwenden, die ein gutes Nutzen-Risiko-Profil aufweisen und über eine entsprechende wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung verfügen.


Grundsätzlich gilt, dass die Basis der Sporternährung aus einer ganz „normalen“ abwechslungsreichen Ernährung besteht, die sportartspezifisch individuell auf jeden einzelnen Sportler ausgerichtet sein sollte, und in Regel keiner Supplemente bedarf. Eine ungenügende Ernährung kann daher in keinem Fall durch die Einnahme von Supplementen kompensiert oder verbessert werden.


Ein weiterer wichtiger Faktor ist die psychische Wirkung von Supplementen innerhalb einer Sport-Biographie, vorzugsweise eines Fitness-Sportlers. Die Etappe des Konsums von Nahrungsergänzungsmittel, auch „Driften“ genannt, kann man als „Tor“ zum Doping verstehen, durch das man sukzessive in Richtung Doping (ab)driftet. In der Vorstellung junger Fitness-Sportler sind alle Supplemente, super tolle Präparate, leistungssteigernde Mittel. In der Steigerungslogik des Sportlers macht sich dies in Teiletappen bemerkbar, in dem relativ harmlos mit Vitaminen- und Mineralprodukten experimentiert wird, was zu Überdosierungen und damit verbundenen Gesundheitsproblemen führen kann, die aber kaum beachtet werden. Ausnahmslos haben befragte Kraftsportler, unabhängig ob sie Medikamentenmissbrauch betrieben habe oder nicht, über einschlägige Erfahrungen mit Nahrungsergänzungspräparaten berichtet.


Viele Athleten sind von der Wirkung dieser Mittel überzeugt und profitieren zumindest von einem Placebo-Effekt. In dem Moment lässt sich der Non-User von Dopingmittel, gleichzeitig auf eine dopingimmanente Kausalitätslogik ein. Mittels des Ursache-Wirkungs-Prinzips nimmt man gewisse Ergänzungssubstanzen ein, um spezielle Zielsetzungen „leichter“ zu realisieren: Carnitin zur Fettreduktion bzw. zur Optimierung des Fettstoffwechsels, Creatin zur Kraftsteigerung und zum Muskelmasseaufbau oder isolierte Aminosäuren (z.B. BCAA’s) zur besseren Regeneration der während des Trainings belasteten Muskelgruppen. Das Hauptproblem der ständigen Suche nach neuen, noch wirksameren Nahrungsergänzungen, spiegelt den Ansatz einer Dopingmentalität wieder. In der schier unüberschaubaren Grauzone des Marktes für Nahrungsergänzungsmittel können daher die Grenzen zwischen legal und illegal dann schnell verschwimmen.


Fazit


Grundsätzlich kann die Nutzung von Nahrungsergänzungsmitteln eine gewisse leistungssteigernde Wirkung mit sich bringen. Allerdings sollten diese Supplemente sorgfältig ausgewählt und durch eine umfassende, trainingsbegleitende Ernährungsberatung kontrolliert werden. Nur dann ist aus unserer Sicht gewährleistet, dass sich insbesondere junge Kraftsportler intensiv damit auseinander setzten, und eine entsprechende mentale Stärke zur Thematik aufbauen.



Quellen

Mettler, S. (2011). Supplemente: Chancen und Risiken. Bern, Schweiz: Antidoping Schweiz

Kläber, M. (2010). Doping im Fitness-Studio - Die Sucht nach dem perfekten Körper. Bielefeld, Deutschland: Transcript Verlag.






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